Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit heißt Zukunft gestalten – denn gemeinsam tragen wir alle die Verantwortung dafür, den kommenden Generationen eine lebenswerte Welt zu erhalten.

Main-Kinzig blüht

Main-Kinzig blüht

Ein Beitrag zur Vielfalt des Lebens – Blütenpracht statt Monotonie

Das ist das Ziel: ein blühender Main-Kinzig-Kreis – und unsere Gemeinde macht mit!

Damit es auch für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge blüht, hat sich die Kampagne „Main-Kinzig blüht“ die Verwendung von Wildblumen auf die Fahne geschrieben. Überall im Kreis sollen naturnahe Blühflächen – also Blumenwiesen, höhere Säume und Beete aus heimischen Wildblumen - gepflanzt und gesät werden. Solche naturnahen Blühflächen sind artenreiche Pflanzengemeinschaften, die einer noch wesentlich größeren Anzahl an Tieren einen wichtigen Lebensraum bieten.

Auch in unserer Gemeinde sollen monotone öffentliche Grünflächen in wildblumenbunte Lebensräume umgewandelt werden und damit zukünftig einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt (Biodiversität) leisten. Einige ausgewählte öffentliche Freiflächen innerhalb des Freigerichts werden im Zuge dieser Kampagne deshalb nicht mehr regelmäßig gemäht. Auf Initiative des Landschaftspflegeverbands MKK entstehen diesjährig zwei Blühwiesen und Staudensäume als Leuchtturmprojekte. Unter professioneller Begleitung der Biologin und Fachplanerin Monika J. Peukert entstanden auf öffentlichen Flächen in Somborn zwischen dem Konrad-Adenauer-Ring und der Willy-Brandt-Straße und in der Nähe des Friedhofs und in Altenmittlau im Bereich der Austraße auf der Wiese am Spielplatz entlang des Bachverlaufs vielfältig blühende Wiesen und Staudenrabatten für Insekten und Bienen.

Die Pilotprojekte sind exemplarisch und sollen für Nachahmungen von örtlichen Initiativen, im eigenen Garten oder auch landwirtschaftlichen Bereich werben. Außerdem ist es geplant, dass Schulen und Kindergärten mit Eigenverantwortung dem Vorbild folgen.

Die Blühaktion soll unsere Bürgerinnen und Bürger für das Thema „Biodiversität“ sensibilisieren, Presseberichte und Schautafeln werden den Prozess erläutern und sollen Akzeptanz schaffen für das veränderte Erscheinungsbild der Grünflächen, denn eine Blühwiese sieht nicht immer gleich hübsch aus und manchem kann sie „unordentlich“ erscheinen.

Der Hintergrund für diese Initiative ist das Insektensterben in Deutschland, das mittlerweile dramatische Ausmaße angenommen hat. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass schon 80% an reiner Biomasse unserer Insektenwelt verschwunden sind, Tendenz steigend.

  • Wo sind die Ursachen zu suchen?

    • Im Gegensatz zur Honigbiene sind viele unserer Insekten Nahrungsspezialisten und ihr Überleben hängt jeweils vom Vorkommen „ihrer“ Wildpflanzenarten ab. Sie wissen vielleicht, dass die Raupen des Kleinen Fuchs-Schmetterlings auf die große Brennessel als Futterpflanze spezialisiert sind. Aber wußten Sie auch, dass zum Natternkopf die Natternkopf-Mauernbiene gehört, zur Glockenblume die Glockenblumen-Scherenbiene, zur Weidenblüte die entsprechende Sandbiene? Und so geht es weiter mit fast jeder Wildpflanze, die früher am Wegesrand oder auf Wiesen stand und nun in der Landschaft und im Ortsbild fehlen. Die Nahrungssituation vieler Insekten hat sich dadurch in den letzten Jahren massiv verschlechtert.
    • Weitere Gründe für das Sterben der Insekten sind insbesondere auf den Einsatz von Pestiziden und die großflächige Anlage von Monokulturen in der Landwirtschaft zurückzuführen.
    • Auch stehen in einer flurbereinigten Landschaft nur wenige Überwinterungs- bzw. Bruthilfen zur Verfügung. Völlig sterile, naturferne Gärten, in denen häufig auch Chemie zum Einsatz kommt, tragen ebenfalls zum Verschwinden von Hummeln, Schmetterlingen & Co. bei.
    • Insekten sind in der Nahrungskette überaus wichtig. Darüber hinaus sind sie die Hauptbestäuber von Wild- und Nutzpflanzen. Ohne Insekten reduziert sich die heimische Artenvielfalt weiter – und Ihr Apfelbaum trägt keine Früchte.
  • Wichtige Fakten zum blühenden Erfolg

    • Ob die jeweilige Blühfläche ein voller Erfolg werden kann, hängt dabei von einer ganzen Reihe von Faktoren ab: Standortwahl, Auswahl der richtigen Saatgutmischung, gute Vorbereitung der Fläche, fachgerechte Pflege und einiges mehr.
    • Das Saatgut entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Hochwertiges Saatgut besteht aus standortgerechten und heimischen Wildblumenarten.
    • Regionales Saatgut ist wichtig, weil Pflanzen oftmals besser wachsen und somit auch mehr Pollen und Nektar anbieten, wenn sie an die jeweilige Region angepasst sind. Eine Insektenart, welche sich an einem bestimmten Standort befindet, ist in seiner Nahrungsaufnahme natürlich auch an regionale Artenvielfalt gebunden.
    • Möglichst nährstoffarme Verhältnisse sind für Blühwiesen wichtig.
    • Gute Blühwiesen müssen gemäht werden (1mal bis 3mal pro Jahr). Das Mahdgut ist abzutragen. Erst durch das Mähen und Entfernen des Mahdguts kann die Artenvielfalt erhalten bleiben.
    • Die Entwicklung einer echten Blumenwiese braucht Zeit. Bis sich alle angesäten Pflanzen voll entwickelt haben und blühen, brauchen Sie bis zu 3 Jahre Geduld.

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Wir brauchen Sie!

Beobachten Sie, was im Ort, vor Ihrer Tür passiert und vor allem: Bitte schonen Sie die Pflanzungen: nicht Belaufen und nichts Ablagern. Machen Sie es zu IHREM bunten Fleck vor der Haustür.

Lassen Sie sich von der Idee anstecken und legen Sie Wildpflanzenbeete oder -wiesen in Ihrem Garten an. Jeder Quadratmeter zählt!

Wildpflanzen brauchen eine andere Pflege: deshalb wird nur 1 - 3 x im Jahr gemäht, auch Samenbildung und braune Stengel sind erlaubt. Dadurch entsteht ein Lebensraum für Wildtiere: Diestelfinken, Schmetterlinge, Hummeln & Co werden es Ihnen danken.

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